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Anbau und Herstellung von Tee vom Strauch zum Getränk
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Egal ob Schwarz-, Grün-, oder
Weißer Tee - alle heutigen
Teesorten gehen auf zwei Urpflanzen zurück:
· Camellia sinensis
· Camellia assamica
Wer bei diesen botanischen Namen
spontan an blühende Kamelien denkt, der liegt nicht falsch, denn die
Teepflanze gehört zu den Kameliengewächsen. Der immergrüne Strauch hat
dunkle, gezahnte, lederartige Blätter und wird durch regelmäßiges
Zurückschneiden buschartig gehalten. Die Blüte ist weiß bis zart rosa,
die Frucht ist klein mit harter Schale. Die Vermehrung geschieht
heutzutage kaum noch mit Samen, sondern vegetativ, d.h. es werden
Stecklinge gezogen.
Für den späteren Geschmack des
Tees sind zunächst Klima und Boden wichtig. Die besten Bedingungen für
ein optimales Wachstum bieten tropische und subtropische Gebiete. Optimal
sind Durchschnittstemperaturen von 18°C und fünf Stunden Sonne täglich
sowie ca. 200 mm Regen monatlich, wenn möglich nachts. Lockere, nicht all
zu kalkhaltige Böden, sind des Weiteren von Vorteil. Solche Bedingungen
bieten vor allem die Höhenlagen des asiatischen Berglands.
Camellia sinensis
Diese Pflanze bleibt auch ohne
Zurückschneiden strauchartig und wird höchstens 3 bis 4 Meter hoch. Sie
wächst am besten in gemäßigten Klimazonen und kann sogar Frost
vertragen.
Camellia assamica
Diese Pflanze ist, wenn sie nicht
zurück geschnitten wird, ein stattlicher Baum von 15 bis 20 Metern Höhe.
Sie braucht im Gegensatz zur camellia sinensis viel Wärme und ist ein
reines Tropengewächs.
Diese beiden Ur-Teepflanzen hat
man immer wieder gekreuzt, um sie zu immer feineren aromatischeren
und vor allem widerstandfähigeren Arten zu machen. Dabei hat sich die
sogenannte Assamhybride als geeignet gezeigt.
Es ist also wichtig zu wissen,
dass die Unterschiede im Geschmack nicht nur an der Pflanze liegen,
sondern in erster Linie durch das Anbaugebiet und dessen Klimabedingungen
bestimmt werden. Eine sorgfältige Verarbeitung in der Teefabrik ist
jedoch die maßgebliche Bedeutung für die Qualität des "fertigen Tees".
Die Tee-Ernte
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In den Tee-Erzeugerländern
werden fast ausschließlich die oberste Blatt-Knospe und die zwei
drauffolgenden jüngsten Blätter eines Triebes "Two leaves and a bud"
gepflückt. In den Höhenlagen sind bis zu 15 und in den Niederungen bis
zu 30 Pflückungen jährlich möglich. In den höher gelegenen, kühleren
Anbaugebieten wächst der Tee natürlich langsamer. Das lässt einen
besonders feinen und aromatischen Tee-Charakter entstehen. Einen
entscheidenden Qualitätseinfluss hat die Erntezeit. Das Pflücken
erfordert viel Sorgfalt und wird meistens von Frauen ausgeführt. Die
grünen, frischen Teeblätter sind noch vollkommen neutral im Duft, wenn
sie von den Teepflückerinnen in die Fabrik gebracht werden. Erst nach
einer Reihe von Produktionsvorgängen werden die Blätter aufbereitet, so
dass daraus aromatischer Tee entsteht.
Die wichtigsten
Produktionsvorgänge sind:
· Welken (bei fermentierten
Tees)
· Dämpfen (Grüntee)
· Rollen
· Fermentieren
· Trocknen
· Sortieren
Das Welken
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Beim Welken werden den
Teeblättern ca. 30% der Feuchtigkeit entzogen, damit sie weich und
geschmeidig für das Rollen sind. Das Welken erfolgt meist in Welktrögen,
die mit Drahtgittern bespannt und 25 bis 30m lang sind. Diese Tröge
werden von Ventilatoren belüftet. Die Teeblätter werden auf Netzen
ausgebreitet, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Blätter sehr hoch ist,
kann die Luft auch etwas erwärmt werden. Der Welkvorgang beträgt ca. 12
bis 18 Stunden.
Das Rollen
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Nach dem Welken werden die
grünen Teeblätter in großen Rollmaschinen gerollt. Eine Rollmaschine
besteht meist aus zwei großen, schweren Metallplatten, die sich kreisend
gegeneinander bewegen. Dabei brechen die Zellwände des Teeblattes auf und
der Zellsaft kommt mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung. Dadurch wird
die Fermentation eingeleitet, ebenso entwickeln sich hierbei die
ätherischen Öle, die den Duft und das Aroma des Tees bestimmen.
Das Fermentieren
*
Tee vor und nach der Fementation
Die Fermentation ist ein
Oxidationsprozess des beim Rollen ausgetretenen Zellsaftes.
Die Teeblätter werden auf
Tischen, die ca. 10 Meter hoch sind ausgebreitet und in modernen
Teefabriken mit wasserversprühenden Ventilatoren befeuchtet. Die
Fermentation dauert ca. 2 bis 3 Stunden, in dieser Zeit verfärbt sich das
Teeblatt und nimmt eine kupferrote Farbe an. In der Teefabrik wird der
Stand der Oxidation ständig kontrolliert, dies geschieht vor allem anhand
des Geruchs des Teeblattes. Die Qualität des Tees hängt wesentlich von
der Fermentation ab.
Das Trocknen
Sobald das Teeblatt seinen
typischen Geruch und die kupferrote Farbe entwickelt hat, wird die
Fermentation unterbrochen und das Teeblatt getrocknet. Hierfür werden
Etagentrockner verwendet, die mit Heizöl oder Holz beheizt werden.
Die Teeblätter durchlaufen auf einem
Laufband den Etagentrockner. Anfänglich herrscht in den Trocknern ca.
90°C, damit sich der Zellsaft fest an das Teeblatt bindet. Diese
Trocknung dauert ca. 20 bis 25 Minuten und am Ende beträgt die Temperatur
nur noch 40°C.
Das Sortieren
Die Teeblätter, die nun den
Trockner verlassen, nennt man ?Rohtee?. Mit Hilfe einer
Sortiermaschine erfolgt die Aussiebung der verschiedenen Sortierungen und
Blattgrößen. Die Bezeichnung der Blattgrade ist immer nur eine Aussage
über die Blattgröße und das Aussehen, nicht aber über die Qualität
des Tees.
Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Teeblatt ist, desto ergiebiger der
Aufguss.
In der Regel erhält man beim Sortieren folgende Blattgrade:
Die Blattgrade:

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BLATT-TEES |
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OP |
Orange Pekoe,
Hauptgrad der Ceylon- und Java-Tee-Produktion. Teilweise langes,
drahtiges Blatt, ohne Tips, wenig Einwurf.
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OP sup |
Orange Pekoe
Superior. Nur aus Indonesien. Sehr tippy, häufig milde Tasse.
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BOP 1 |
Broken Orange
Pekoe 1 ? Semi Leaf Tea.
Speziell in "low districts" Ceylons. Grober, schwarzblättriger
Tee, bestehend aus rund 40% OP und 60% Pekoe/BOP.
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FOP/FOP 1 |
Flowery Orange
Pekoe ? Flowery Orange Pekoe 1.Blattgrad in Assam, Doars und
Bangladesh. Topgrade in China. Langes Blatt, wenig Tips, teilweise etwas
Einwurf. |
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GFOP 1 |
Golden Flowery
Orange Pekoe1. Top-Grade der einzigen Kenia Plantage, die Tippy Tees
herstellt. In Assam und Darjeeling heute weniger gebräuchlich.
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TGFOP/
TGFOP 1 |
Tippy Golden
Flowery Orange Pekoe. Hauptgrad in Darjeeling und Assam.
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FTGFOP 1 |
Fine Tippy
Golden Flowery Orange Pekoe1. Hauptsächlich Darjeeling, teilweise auch
Assam. Feinste Top-Grade der Produktion mit besonderer Sorgfalt
hergestellt. Gleichmäßiges Blatt, Tippy.
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SFTGFOP 1 |
Special Fine
Tippy Golden Flowery Orange Pekoe1
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BROKEN-TEES |
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BOP |
Broken Orange
Pekoe. Hauptbrokengrad in Ceylon, Südindien, Java und China.
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BP/BOP 2 |
Broken Orange
Pekoe 2. Aus Indonesien, Ceylon und Südindien. Sehr schwarzer Tee, oft
mit Einwurf, teilweise sehr holzig.
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BPS |
Broken Pekoe
Souchong. Bezeichnung des Pekoes in Assam und Darjeeling.
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FBOP |
Flowery Broken
Orange Pekoe. Gröberer Broken mit einigen Tips aus Assam, Ceylon,
Indonesien und China sowie Bangladesh. in Südindien wird der Pekoe
häufig FBOP genannt.
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GBOP |
Golden Broken
Orange Pekoe.
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GFBOP 1 |
Golden Flowery
Broken Orange Pekoe 1. Hauptsächlich in Assam als Top Tea der
Broken-Graduierung produziert. Einziger Tippy Broken aus Kenia.
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TGFBOP |
Tippy Golden
Flowery Broken Orange Pekoe 1. Feinster Broken-Grad in Darjeeling und
teilweise Assam. Hochtippy, gleichmäßiges Blatt.
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Die Verarbeitung zu Grün-,
Weiß- und Oolongtee
Grüner Tee wird nicht
fermentiert, damit die Blätter ihre Farbe behalten. Er welkt kürzer als
Schwarztee und seine Enzyme werden durch Rösten oder Dämpfen
deaktiviert. Die Inhaltsstoffe (Gerbstoffe) haben also keine Chance, lange
mit der Luft zu reagieren. Sie bleiben im Blatt - und gerade das macht
den Grünen Tee so gesund.
Beim Weißen Tee, für den man
nur die Knospen verwendet, (seinen Namen verdankt der Weiße Tee dem
silbrig-weißen seidenartigen Flaum der Blattknospe) lässt man die
Blätter ein wenig anfermentieren.
Dadurch erzielt man einen
besonders milden, feinen Geschmack, der entsprechend selten und
kostspielig ist.
Oolongtee liegt bei der
Fermentation in der Mitte zwischen Schwarz- und Grüntee, denn er ist
halbfermentiert. Er wird deshalb manchmal auch brauner Tee genannt. Sein
Geschmack gilt als der feinste unter den Teesorten und liegt zwischen
Grün- und Schwarztee.
* alle Bilder mit freundlicher
Genehmigung vom Deutschen Teebüro
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